
Was ist ein Brustzentrum?
Brustzentren sollen entsprechend der Forderung der europäischen Gesellschaft für Brustkunde ( EUSOMA ) und eines Beschlusses des Europäischen Parlaments Klinikabteilungen sein, in denen sich das gesamte medizinische Personal auf gut- und bösartige Erkrankungen der Brust spezialisiert hat. Auf rund 300.000 Einwohner hat ein solches Brustzentrum zu kommen.
Ein Brustzentrum muss mindestens folgende Kriterien erfüllen:
a. Jedes Brustzentrum operiert pro Jahr mindestens 150 erstdiagnostizierte Fälle, wobei die auf gut- und bösartige Erkrankungen der Brust spezialisierten Chirurgen jeweils mindestens 50 Operationen selbst durchführen. Kooperationsformen zwischen Krankenhäusern sind nur derart denkbar, dass der Operateur reist.
b. Das gesamte Ärzteteam eines interdisziplinären Brustzentrums muss auf gut- und bösartige Krankheiten der Brust spezialisiert sein und regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen, wobei die Operateure ausschließlich Brust operieren sollen.
c. Wöchentliche interdisziplinäre Konferenzen in denen alle Fälle von Brustkrebs beraten werden, sind unabdingbar.
d. Die Zentren müssen von einer unabhängigen Stelle zertifiziert und rezertifiziert werden.
Ziel ist es, dass jede Patientin anhand dieser Qualitätskriterien nachprüfen kann, ob sie eine optimale medizinische Versorgung erfährt.
Zertifizierung von Brustzentren
Seit 2003 werden nach dem Zertifizierungssystem der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) Brustzentren überprüft und als solche anerkannt. Mit über 140 zertifizierten Brustzentren werden an die 60% der in Deutschland diagnostizierten Neuerkrankungen von Brustkrebs versorgt. Auch das Brustzentrum Brixen/Meran wurde nach OnkoZert zertifiziert.
Fachliche Anforderungen für Brustzentren nach OnkoZert
Die EUSOMA-Richtlinien für Brustzentren: "EUSOMA " (PDF-Datei, bitte anklicken.)